Sonstige Projekte

Qualität hat viele Gesichter – Der Deutsche Kita-Preis

Die Heinz und Heide Dürr Stiftung fördert den Deutschen Kita-Preis, der 2018 erstmals vergeben wird. Die Auszeichnung würdigt beispielhaftes Engagement von Kitas und lokalen Bündnissen für frühe Bildung. Gesucht werden Kitas und lokale Initiativen, die kontinuierlich an der Qualität in der frühen Bildung in ihrer direkten Umgebung arbeiten und dabei die Sichtweise der Kinder in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen stellen. Zudem spielen Mitwirkungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern sowie die Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort bei der Auswahl der Gewinner eine wichtige Rolle. Fünf Kindertageseinrichtungen und fünf lokale Bündnisse für frühe Bildung werden mit dem neuen Preis geehrt. Der Deutsche Kita-Preis ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, kofinanziert von der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Karg-Stiftung und dem Didacta-Verband.

Lesepaten in Berliner Kitas

Das Bürgernetzwerk Bildung des Vereins der Berliner Kaufleute und Industrieller VBKI hat seit 2005 in Berlin ein Netzwerk von etwa 1.500 ehrenamtlichen Lesepaten aufgebaut. Das Lesepaten-Projekt konzentrierte sich anfangs auf das Vorlesen in Grundschulen, um gerade Kinder, denen zu Hause nicht vorgelesen wird, beim Lesenlernen zu unterstützen und zum Selberlesen zu motivieren.

Die Ausweitung des Projekts auf Berliner Kindertagesstätten ist durch die finanzielle und organisatorische Unterstützung der Stiftung entstanden, die seit dem Jahr 2007 gewährt wird. Die Stiftung unterstützt das Bürgernetzwerk Bildung dabei, dass sich gerade Kitas in sozial schwieriger Lage und mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund für das Lesepatenprojekt öffnen. Hier ist es offensichtlich, dass zu Hause wenig oder gar nicht vorgelesen wird. Kinder sollen motiviert werden, Texte zu verstehen, um später in der Grundschule selbst besser zu lesen. Über die Erfahrungen von Kindern mit dem Vorlesen können aber auch Eltern zum Lesen und Vorlesen inspiriert werden, ganz im Sinne von Early Excellence.

Bei dem auf Dauer angelegten Projekt sind zurzeit 160 ehrenamtliche Lesepaten tätig, die in 92 Kitas in unterschiedlichen Berliner Bezirken zum Einsatz kommen. Sie lesen vor, betrachten mit Kindern Bilderbücher, fördern den frühkindlichen Spracherwerb und das Interesse an Büchen und schenken den Kindern Zeit und Aufmerksamkeit. Die hohen Bedarfsmeldungen aus den Kitas zeigen, dass das Projekt inzwischen ein fester Bestandteil in vielen Berliner Einrichtungen ist und auch die Kitaleitungen auf ehrenamtliche Unterstützung der Lesepaten nicht mehr verzichten möchten.

Rote Nasen: Projekt mit Flüchtlingen

Der Verein Rote Nasen e.V., der vor allen Dingen durch seine Aktivitäten mit Clowns in Krankenhäusern bekannt ist, hat sein Programm auf Flüchtlingsheime ausgeweitet. Mit Unterstützung der Stiftung wurde bereits  im April 2015 ein einwöchiger Workshop im Haus Leo, einem Flüchtlingsheim der Berliner Stadtmission durchgeführt. An fünf Tagen übten sich Kinder aus Afghanistan, Syrien, Irak, Tschetschenien, Serbien, Äthiopien und Somalia in Jonglage, Gesang, Artistik und Gesang. Der Workshop endete mit einer Abschlussvorführung für Familien aus dem Haus Leo und die Nachbarn.

Aufgrund des großen Zuspruchs wurde das Programm ausgeweitet. Im Haus Leo finden nunmehr fortlaufend über einen Zeitraum von 12 Monaten wöchentlich Workshops statt. Das Hauptziel des Projekts ist es, durch Clownerie, Spiel, Musik und Spaß Momente der Erleichterung und Unbeschwertheit für Flüchtlingsfamilien zu schaffen. Die Kinder und ihre Eltern sollen eine gemeinsame Zeit verbringen, ihre spezifischen Talente und Fähigkeiten entdecken und diese anschließend in das Projekt einbringen. Darüber hinaus sollen Familien aus den Flüchtlingsheimen mit Familien aus der Nachbarschaft zusammen gebracht werden, um so den interkulturellen und sozialen Austausch sowie Toleranz und Respekt füreinander aufzubauen. Mehr...

Rote Nasen Clowns besuchen Flüchtlinge...

Ruck-Stiftung

Die Stiftung fördert unterschiedliche Projekte der Ruck Stiftung. Die Ruck Stiftung führt seit einigen Jahren das Viva Familia Projekt durch, das Eltern ermutigt, Singen und Erzählen aktiv und bewusst in den Familienalltag zu integrieren.  Dadurch sollen das Bildungsinteresse und die Bildungsbereitschaft von Eltern so früh wie möglich, das heißt bestenfalls bereits vor der Geburt des Kindes, gefördert werden.

Seit 2015 engagiert sich die Ruck-Stiftung darüber hinaus in der Flüchtlingshilfe und unterstützt geflüchtete Eltern und ihre Kinder dabei, gemeinsam in Deutschland anzukommen. Es werden Sprachkurse für Mütter sowie Tanz- und Kunstprojekte in Flüchtlingsheimen angeboten.

Individuelle Fähigkeiten von Menschen zu erkennen und zu fördern, setzt voraus, sich auf Neues einzulassen.

Heide Dürr