Neurogenetische Forschungsprojekte

Derzeit wird in Kooperation mit der Stiftung Verum eine internationale Forschungsgruppe aus Neurologen, Genetikern und Zellbiologen unterstützt, die spezifische Gene für die Entstehung der Parkinson-Krankheit, der Ataxie sowie der spastischen Paraplegie identifiziert hat. Die von den Forschern gewonnenen Erkenntnisse zu Krankheitsmechanismen sind sowohl für Kliniker als auch für Grundlagenwissenschaftler von großem Interesse und international anerkannt.

Darüber hinaus wird die Deutsche Tinnitus Stiftung bei einem molekularbiologischen Forschungsprojekt unterstützt, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Einfluss von emotionalem Stress auf die auditorischen Funktionen zu unterstützen. Emotionaler Stress führt zu einer Hypersensibilisierung der Schallwahrnehmung, die oftmals mit Tinnitus einhergeht. Im Tiermodell konnte bei Stress nachgewiesen werden, dass sich neben der Schallempfindlichkeit auch die DNA- und Proteinzusammensetzung des Gewebes entlang der Höhrbahn verändert. Im Rahmen des Projekts soll bei Ratten mit verschiedenen genetischen Defekten der Einfluss von Stress auf die Schallempfindlichkeit überprüft werden. Damit könnten verbesserte individuelle Therapieansätze für Patienten mit Tinnitus und Hyperacusis entwickelt werden. An Tinnitus leiden etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland.

Außerdem wird an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Forschungsprojekt von Prof. Dr. Jörn Oliver Sass gefördert, der als Professor für Bioanalytik & Biochemie neu berufen wurden. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit liegt auf der Forschung zu seltenen genetisch bedingten Stoffwechselstörungen. Nach Jahren der wissenschaftlichen und diagnostischen Tätigkeit sowie der Qualifizierung an den Universitäts-Kinderkliniken in Innsbruck, Freiburg i. Br. und Zürich ist er aktuell mit dem Aufbau einer neuen Forschungsgruppe zu INBORN ERRORS OF METABOLISM (angeborene Stoffwechselstörungen) und ihren pathobiochemischen Grundlagen, also der Veränderung der biochemischen Vorgänge im menschlichen Körper, befasst.

Das größte Rätsel ist der Mensch. Unsere Gene zu erforschen, um Krankheiten zu vermeiden, ist für mich ein existenzielles Thema.

Heide Dürr